Arbeitstechnisch könnte man ja meinen, der Januar bleibe uns für immer verwehrt, bis vor Weihnachten müsse noch alles und jedes erledigt sein. Falls nicht, droht uns Sodom und Gomorra. Dann kommt der Januar trotzdem und irgendwie geht alles wieder von vorne los. Nichtsdestotrotz, ...
Arbeitstechnisch könnte man ja meinen, der Januar bleibe uns für immer verwehrt, bis vor Weihnachten müsse noch alles und jedes erledigt sein. Falls nicht, droht uns Sodom und Gomorra. Dann kommt der Januar trotzdem und irgendwie geht alles wieder von vorne los. Nichtsdestotrotz, ich liebe die Vorweihnachtszeit. Ich mag die Vorfreude auf ein paar Tage ohne Alltagsstress, auf gutes Essen über die Festtage und das Beisammensein mit den Liebsten. Auf die zwei Wochen, wo man keine Ahnung hat, ob es nun Montag oder Donnerstag ist. Die zeitliche Orientierung begnügt sich mit Begriffen, wie Weihnachten, Stephanstag oder Silvester. Oder auf Anlässe, wie «an dem Tag, an dem wir bei Mäder an der Ausstellung sind» oder «am Abend der Turnshow des TSV Rohrdorf».
Und der Weihnachtsurlaub ist spezieller als alle anderen Ferien. Denn für einmal müssen keine Mails gecheckt oder allfällige Anrufe weggedrückt werden (welche man sonst nach einem tiefen Seufzer ja doch beantwortet). Nein, die Arbeit ruht flächendeckend, wenigstens in meinem Gebiet, dem Bausektor. Denn mehr oder weniger alle Firmen, die im Tiefbau tätig sind, haben ihre Maschinen geputzt, die Tore verschlossen, die automatische Mailantwort aktiviert und den Telefonbeantworter eingeschaltet. Falls also wider Erwarten nicht irgendwo eine Abschrankung verweht wird oder eine Böschung einstürzt, kann ich davon ausgehen, dass ich vom Arbeitsalltag absolut in Ruhe gelassen werde.
So richtig in die Vorweihnachtsstimmung kam ich am vorletzten Sonntag, als unser Gemeinnütziger Verein Busslingen die Seniorenweihnachten organisierte. Als Gemeinderat durfte ich den Service unterstützen. Zusammen mit der musikalischen Unterhaltung haben die über 100 Anwesenden miteinander Weihnachtslieder gesungen – ein wunderbarer Moment.
Nun kann ich die letzte offizielle Arbeitswoche in Angriff nehmen. Mit einem «uhuere» Stress die allerletzten Gräben verfüllen und Asphaltbeläge einbringen lassen, die letzten Mails und Telefonanrufe tätigen und mit einem «schöni Fäschttäg» beenden.
Und dann? Dann kann ich loslassen. Während zwei Wochen einfach nur sein und das machen, was mir Freude bereitet.
Ich wünsche allen eine schöne, besinnliche und friedliche Weihnachtszeit und einen wunderbaren Start ins nächste Jahr. Und all jenen, denen nicht nach «Oh Du Fröhliche» zumute ist, wünsche ich, dass alles wieder gut wird.